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Rudern

Rechte Kontakte: Deutsche Ruderin abgereist

Ruderin Nadja Drygalla. © dpa - Bildfunk Fotograf: Vassil Donev
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Den Deutschland-Achter der Frauen erschüttert ein Neonazi-Verdacht. Ruderin Nadja Drygalla aus dem DRV-Flaggschiff steht im Verdacht, Kontakte in die rechtsextreme Szene zu haben. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist die 23 Jahre alte Rostockerin mit einem NPD-Funktionär liiert. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) reagierte auf die Vorwürfe am späten Donnerstagabend. Wie Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, sagte, habe man - gemeinsam mit der Spitze des Ruderverbandes - mit der Sportlerin gesprochen, Drygalla sei daraufhin aus dem Olympischen Dorf ausgezogen, "um keine Belastung für die Olympiamannschaft entstehen zu lassen", wie Vesper in einer Mitteilung erklärte. Am Freitagmorgen reiste Drygalla nach Deutschland zurück.

Vesper: Zweifelsfrei von rechten Positionen distanziert

DOSB-Sprecher Christian Klause (l.) und Michael Vesper, Chef de Mission der Deutschen Olympiamannschaft © Thomas Luerweg Fotograf: Thomas Luerweg
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Auf einer Pressekonferenz im Deutschen Haus am Freitag stellte Vesper klar, dass er zuvor rund eineinhalb Stunden lang mit der Ruderin gesprochen hat. Die 23-Jährige habe, so Vesper, "glaubwürdig bekräftigt, dass sie sich zu den Werten der Olympischen Charta und den in der Präambel der DOSB-Satzung niedergelegten Grundsätzen bekennt". Es sei eine "nicht unproblematische Geschichte". Sie habe sich in dem Gespräch zweifelsfrei von rechten Positionen distanziert: "Wenn wir nur den leistesten Hinweis hätten, dass jemand in unserem Kader fremdenfeindlich ist, wäre diese Person nicht in der Olympia-Mannschaft", sagte Vesper. Wichtig sei für ihn, wie sich Drygalla selbst verhalte. Er habe keinen Zweifel, dass sie zu den demokratischen Grundsätzen stehe, so Vesper weiter. Er dementierte einen Bericht, demzufolge Drygalla eine Beschäftigung beim Landessportbund in Mecklenburg-Vorpommern hat.

NDR 1 Radio MV
Nadja Drygalla © Witters Fotograf: Witters
 

Sportbund räumt Fehler im Fall Drygalla ein

Im Fall der Rostocker Olympia-Ruderin Drygalla wissen die Landesverbände schon lange von der Beziehung der 23-Jährigen zu einem Neonazi. Die Sportlerin ist derweil "am Boden zerstört". mehr

Nach Informationen von NDR 1 Radio MV war Drygallas Lebensgefährte im vergangenen Jahr Landtags-Direktkandidat der rechtsextremen NPD in Rostock. Er schreibe regelmäßig für ein NPD-nahes Internetportal und sei führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock".

Vorwürfe gegen Drygalla offenbar nicht neu

Die Athletenvereinbarung

Alle Sportler müssen vor ihrer Olympia-Teilnahme die Athletenvereinbarung unterzeichnen. Darin bekennen sie sich nicht nur zum dopingfreien Sport, sondern auch zur olympischen Charta. Dort stehen die Durchführungs-Bestimmungen, die vom IOC erlassen werden, sowie die "Grundlegenden Prinzipien des Olympismus". Unter Punkt fünf heißt es: "Jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen ist mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar."

Die Vorwürfe gegen Drygalla sind diesen Angaben zufolge nicht neu. Schon im März 2011 kursierten Meldungen über die Vorzeige-Sportlerin, sie sei mit einem Neonazi aus Rostock liiert. Nach Angaben aus dem Innenministerium in Schwerin brach die Ruderin ihre Ausbildung bei der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns im vergangenen September auf eigenen Wunsch ab. Sie war bis dahin Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei. Im Internet sind aktuell Fotos von Drygalla veröffentlicht, die sie im Umfeld von szenetypischen Darstellungen zeigen - andere Frauen posieren dabei mit eindeutig rechtsextremen Motiven. Die Gestaltung dieser Seite wird Drygallas Lebensgefährten zugeschrieben.

DRV will privates Umfeld Drygallas klären

Der Deutsche Ruderverband (DRV) will nach den Olympischen Spielen das private Umfeld Drygallas klären und danach über mögliche Konsequenzen entscheiden, wie der Verbandsvorsitzende Siegfried Kaidel in einer Pressemitteilung mitteilte. Drygalla war in London bei ihrem Olympia-Debüt mit dem Deutschland-Achter im Hoffnungslauf ausgeschieden.

Stand: 03.08.2012 12:22
Aktuelle Kommentare
Marius schrieb am 4. August 2012 um 22:06 Uhr:

Grundgesetz gilt nicht für Menschen mit Kontakten zur rechten Szene?

Diese ganze Diskussion ist absolut lächerlich und zeigt nur, dass viele Deutsche (besonders viele anscheinend bei der Presse) immer noch keine objektive Einstellung zum Thema Rechtsextremismus haben... [mehr]

HaHa schrieb am 4. August 2012 um 22:06 Uhr:

Konsequenzen?

Ich bin mit Ihrer Meinung nicht einverstanden! Wir leben in einer Demokratie. Ich bin dafür und lehne Sippenhaft, die Sie fordern, ab. [mehr]

HaHa schrieb am 4. August 2012 um 21:55 Uhr:

Danke! Für diesen Kommentar. [mehr]

HaHa schrieb am 4. August 2012 um 21:51 Uhr:

Wenn ich dich recht verstehe, dann meinst du: "Willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!" Ok, das hatten wir schon -1933-- [mehr]

NichtGutMensch schrieb am 4. August 2012 um 21:45 Uhr:

Jetzt ist es soweit

Endlich benutzen auch unsere "Gut" Menschen in Deutschland die Methoden der Braunen - Sippenhaft. Wer Kontakt mit einem "Braunen" hat ist selbst ein Nazi, was für eine idiotische Schlußfolgerung. Wenn... [mehr]

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