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Eröffnungsfeier

Großes Spektakel in London - Spiele sind eröffnet

Feuerwerk über dem Olympiastadion in London. © picture alliance / dpa Fotograf: Michael Kappeler
große Bildversion anzeigen Funkensprühend und spektakulär ging es zu bei der Eröffnungsfeier im Olympiastadion.

Bunt, schrill, phasenweise aber auch durchaus nachdenklich und besinnlich - bei der Eröffnungsshow im Olympiastadion zu London hat sich Großbritannien als Gastgeber mit Herz und Humor präsentiert. Lebende Kühe und Enten, Mägde und Bauern, schwitzende Stahlarbeiter, Lord Voldemort, Mary Poppins, Beatles und am Ende feiernde Party-Freaks - Regisseur Danny Boyle zeichnete in einer teils anrührenden Show die Entwicklung Großbritanniens von einem Agrar- zu einem Industrieland nach und landete schließlich im schrillen Internet- und Medienzeitalter.

Im Anschluss an die 34 Millionen Euro teure Show und den Einmarsch der 204 teilnehmenden Nationen erklärte Queen Elizabeth II. die Spiele am frühen Samstagmorgen für eröffnet. Den magischen Schlusspunkt mit der Entzündung des olympischen Feuers setzte um 1:36 Uhr eine Gruppe von sieben britischen Nachwuchssportlern. Zum Ausklang intonierte Sir Paul McCartney zusammen mit dem Publikum den Beatles-Hit "Hey Jude".

Kurz vor Mitternacht deutscher Zeit hatte Hockey-Spielerin Natascha Keller als Fahnenträgerin die deutsche Mannschaft als 73. Team in die Arena geführt. Etwa die Hälfte der 392 deutschen Olympia-Starter waren beim Einmarsch der Nationen mit von der Partie. Nach der olympischen Auftaktparty gehören die Arenen bis zum 12. August den Sportlern, die in 302 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze kämpfen.

Stimmung statt Gigantismus

Zahlreiche Darsteller zeigen die Entwicklung Großbritanniens vom Agrarstaat zur Industrienation. © dpa-Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler
große Bildversion anzeigen Die Entwicklung vom Agrarland über das Industriezeitalter bis heute wurde nachgezeichnet.

Eröffnungsfeiern sind eine heikle Sache. Die erzeugten Bilder repräsentieren ein Gastgeberland, werden von Milliarden Fernsehzuschauern kritisch beäugt und wirken noch Jahrzehnte nach. So spaltete die als "sehr amerikanisch" bezeichnete Feier in Atlanta 1996 mit dem kranken Muhammad Ali als Fackelträger die Gemüter. In Peking 2008 schickten die Macher 14.000 Menschen in die Arena, um die Welt von der Größe ihrer Nation zu überzeugen. Wohlwissend, dass er an solcherlei Gigantismus nicht herankommen würde, entschied sich Star-Regisseur und Oscar-Preisträger Boyle für eine stimmungsvolle Aufführung - typisch britisch eben.

Show mit über 15.000 Freiwilligen

Vor den Augen der Königsfamilie sowie rund 130 Staatsoberhäuptern aus aller Welt führten mehr als 15.000 Freiwillige in einer farbenfrohen Inszenierung durch die Geschichte des Königreichs. Der einheimische Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins gab im Gelben Trikot mit einem Gongschlag das ersehnte Startsignal für die rund dreieinhalbstündige Show. Erster Höhepunkt war der Auftritt von James-Bond-Darsteller Daniel Craig, bei dem auch die Queen selbst eine Rolle spielte.

Für die Eröffnungsfeier hatte Elizabeth II. erstmals in ihrer mehr als 60 Jahre währenden Amtszeit eine Filmrolle übernommen - und dann gleich in einer Action-Szene an der Seite "ihres" Geheimagenten. 007 holte die 86 Jahre alte Monarchin im Buckingham Palast mit dem Hubschrauber ab, um mit einem Fallschirm im Stadion zu landen. Der Streifen war bereits vor Monaten abgedreht worden.

Vom Agrarland bis zum Internetzeitalter

Vom Agrarland mit Kühen, Gänsen und Schafen im Stadion-Innenraum verwandelte sich die Szenerie in wenigen Minuten in eine Industrielandschaft mit rauchenden Schornsteinen. "Es sind unsere Inseln, die wir hier zeigen", erläuterte Boyle und appellierte an den Nationalstolz der Briten. Dazu gehörten auch spektakuläre Effekte: Die fünf olympischen Ringe wurden an Ballons 34 Kilometer in die Höhe gezogen. Am Ende der Zeremonie sollten sie die Stratosphäre erreicht haben.

Das olympische London inszenierte sich anschließend als Kulturstadt, eine große Rolle spielte dabei die britische Film- und Musikgeschichte. Kinderchöre sangen "God save the Queen" sowie nordirische, walisische, schottische und englische Volkslieder, um allen Teilen des Landes Tribut zu zollen. Stars wie die Arctic Monkeys, Mike Oldfield und Emeli Sande heizten den Zuschauern ein.

Rowan Atkinson als Überraschungsgast

Das Londoner Sinfonieorchester unter Leitung von Sir Simon Rattle spielte "Chariots of Fire" von Vangelis, während auf den Leinwänden Ausschnitte aus den berühmtesten britischen Filmen gezeigt wurden. Als Überraschungsgast trat Komiker Rowan Atkinson alias Mr. Bean auf, der in einem Sketch den beliebten Film über die Olympischen Spiele 1924 auf die Schippe nahm und als trotteliger Teil des Orchesters das Publikum zum Lachen brachte. Es entwickelte sich eine riesige Party - als Symbol für die bunte und offene Gesellschaft Großbritanniens und Londons.

Stand: 28.07.2012 01:45
Historie
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