Oranje-Damen erneut Olympiasiegerinnen
Die Niederländerinnen haben das olympische Damenhockeyturnier gewonnen. Der alte und neue Olympiasieger setzte sich mit 2:0 gegen Weltmeister Argentinien durch. mehr

Die deutschen Hockey-Herren sind zum vierten Mal nach 1972, 1992 und 2008 Olympiasieger. Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise bezwang in einem packenden Finale am Samstagabend die Niederlande vor 16.000 Zuschauern in der Riverbank Arena mit 2:1 (1:0). Für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) war Jan Philipp Rabente mit seinen beiden Treffern nach wunderschönem Solo (33.) und per Abstauber vier Minuten vor Schluss der Matchwinner. Mink van der Weerden hatte mit seinem achten Turniertreffer den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (54.). "Ich kann es kaum fassen: zwei Tore im Olympiafinale. Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können", sagte Rabente, der zum ersten Mal bei Olympia dabei war.
Auch Coach Weise gelang Besonderes: Neben den beiden Herren-Titeln von 2012 und 2008 hatte der Erfolgscoach bereits 2004 in Athen die deutsche Damenmannschaft zum Olympiasieg geführt - ein waschechter Titel-Hattrick. "Goldschmied" Weise gratulierte seinem Team zu einem "grandiosen Kampfspiel" und erklärte: "Wir haben die Holländer nicht so zur Entfaltung kommen lassen wie die anderen Teams vor uns. Natürlich gab es auch kritische Phasen, zum Beispiel als wir den Ausgleich kassiert haben, aber die Jungs haben danach sofort wieder nach vorn gearbeitet und sich belohnt!"
Im Vergleich zur 1:3-Niederlage in der Gruppenphase ging das DHB-Team in ihrem zweiten Aufeinandertreffen mit den Niederlanden wesentlich konzentrierter und entschlossener zu Werke. Mit schnellen, durchaus auch mal riskanten Pässen versuchte das Weise-Team den Gegner früh unter Druck zu setzen. Der Weltranglistendritte aus den Niederlanden spielte dagegen abwartend und lauerte auf Konter. Auf diese Weise kam die Mannschaft von Trainer Paul van Ass auch zu ihrer ersten Chance, als Rogier Hofman den deutschen Torwart Max Weinhold, der erneut eine überragende Leistung bot, mit einem Schuss vom Kreisrand prüfte (5.). Danach bestimmten die Deutschen das Spielgeschehen, kamen aber kaum einmal gefährlich in den Kreis.
Nach 20 Minuten kam das Oranje-Team besser in die Partie - und fast zur Führung: Eine abgefälschte Flanke fiel Billy Bakker genau vor den Schläger, der sofort abzog, aber Weinhold parierte den Schuss mit einem starken Reflex (20.). Sechs Minuten später war Weinhold bei einem weiteren Bakker-Versuch aus kürzester Distanz erneut reaktionsschnell zur Stelle. Kurz vor der Pause der große Auftritt des Mülheimers Rabente: An der Seitenlinie angespielt, umkurvte der 25-jährige Allrounder drei Gegenspieler und schlug den Ball im Fallen vorbei an Oranje-Keeper Jaap Stockmann ins lange Eck zum 1:0 (33.).
Nach dem Wechsel zog sich die deutsche Mannschaft etwas weiter zurück und ließ den Weltranglistendritten kommen. Die von Abwehrchef Max Müller gut organisierte Defensive ließ aber kaum Chancen zu. Diese ergaben sich aber auf der Gegenseite nach Kontern. Erst scheiterte Christopher Wesley an Stockmann (44.), zwei Minuten später knallte Christopher Zeller den Ball nur an den Pfosten. Besser machte es van der Weerden nach der dritten Strafecke der Niederländer, als er den Ball unhaltbar für Weinhold ins Eck jagte: 1:1 (54). Weniger erfolgreich war Martin Häner mit seinem Schlenzer bei der ersten deutschen Strafecke zwei Minuten später. Es sah bereits so aus, als ob sich beide Teams gedanklich auf die Verlängerung einstellen würden, als Rabente zum zweiten Mal zuschlug: Erst drang er mit einer an seinen ersten Sturmlauf erinnernden Energieleistung in den Kreis ein und legte den Ball quer, fand aber keinen Abnehmer. Doch als wenige Sekunden später der Ball erneut in den Kreis der Niederländer geschlagen wurde, stand Rabente goldrichtig, hielt seinen Schläger in den Schuss und fälschte ihn unhaltbar zum 2:1 ab.
Die Bronzemedaille sicherte sich Weltmeister Australien. Das Team von "down under" war im Halbfinale der deutschen Mannschaft noch mit 2:4 unterlegen, konnte sich im Spiel um Platz drei aber mit 2:1 (1:1) gegen Großbritannien durchsetzen. Simon Orchard (17.), der fünfmalige Welthockeyspieler Jamie Dwyer (48.) und Kieran Govers (57.) waren für den Weltranglistenersten erfolgreich ( 17.), Iain Lewers traf für die Gastgeber zum zwischenzeitlichen Ausgleich (29.). Damit kehren die "Kookaburras" von den vergangenen sechs Olympischen Spielen mit Edelmetall auf den fünften Kontinent zurück.
Die favorisierten Australier bestimmten das Spielgeschehen von Beginn an und gingen folgerichtig mit 1:0 in Führung. Orchard zog trocken vom Kreisrand ab und überwand den britischen Keeper James Fair (17.). Nach einer Strafecke stellten die Briten den Spielverlauf auf den Kopf – mit einer sehenswerten Variante: Alle rechneten mit einem Schlenzer von Ashley Jackson, doch der passte den Ball zum am kurzen Pfosten postierten Lewers, der wiederum keine Mühe hatte, zum 1:1 zu vollenden (29.). Nach dem Wechsel drängten die Australier auf die erneute Führung - mit Erfolg. Dwyer stand bei einer Strafecke goldrichtig und staubte zum 2:1 ab (48.). Für das vorentscheidende 3:1 sorgte Govers 13 Minuten vor Schluss.
Hockeyspielerin Natascha Keller schreibt im ARD-Olympia-Blog über ihre Spiele.[mehr]
Indien dominiert über Jahrzehnte den Hockey-Sport, auch Deutschland feiert mehrere Olympiasiege.[mehr]
| Pl. | Land | G. | S. | B. | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | USA | ![]() |
46 | 29 | 29 |
| 2. | CHN | ![]() |
38 | 27 | 23 |
| 3. | GBR | ![]() |
29 | 17 | 19 |
| ... | |||||
| 6. | GER | ![]() |
11 | 19 | 14 |
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