
David Storl reckte die Arme in den Abendhimmel, zeigte immer wieder die Siegerfaust. Eine Woche nach seinem 22. Geburtstag sicherte sich der Chemnitzer Kugelstoßer in der ersten Leichtathletik-Entscheidung der Spiele in London Silber und schrieb damit seine beeindruckende Erfolgsstory fort. Überraschungs-Weltmeister von Daegu im vergangenen Jahr, Europameister, nun Silber bei der Olympia-Premiere: Obwohl er Gold nur um die Winzigkeit von drei Zentimetern verfehlt hatte, war der Kugelstoß-Riese mit persönlicher Bestleistung von 21,86 m und Rang zwei hinter dem Polen Tomasz Majewski hochzufrieden. "Ich habe hier Silber gewonnen, das ist ein Riesenerfolg. Ich freue mich riesig", sagte der Youngster, der seinen Hausrekord von Daegu um acht Zentimeter steigerte. Ihm gehört die Zukunft: "Ich hoffe, dass ich Tomasz in vier Jahren mehr ärgern kann", meinte Storl, nachdem er arrivierte Kräfte wie den drittplatzierten Reese Hoffa aus den USA (21,23) auf die nachfolgenden Plätze verwiesen hatte.
Vor 80.000 enthusiastischen Zuschauern im Olympiastadion zeigte Storl zu Beginn des Wettkampfs mit 21,86, 21,66 und 21,46 m eine starke Serie. Die letzten drei Versuche blieben ungültig. Majewski, der schon vor vier Jahren in Peking triumphiert hatte, lag zunächst nach dem dritten Anlauf mit 21,87 m nur einen Zentimeter vor Storl, bevor er sich im letzten Versuch sogar noch einmal auf 21,89 m verbesserte. "Ich hatte am Ende ein paar Probleme. Solche Wettkämpfe, wo es eng zugeht, machen mir aber Spaß", sagte Storl: "Ich hatte das Gefühl, dass ich 22 Meter drauf hatte." Immerhin stand erstmals seit fast einem Vierteljahrhundert wieder ein deutscher Kugelstoßer bei Sommerspielen auf dem Treppchen: Am 23. September 1988 in Seoul hatte der Berliner Ulf Timmermann gewonnen.
Dank Storl übertraf das 77-köpfige DLV-Team gleich am ersten Wettkampftag seine miserable Bilanz von Peking mit nur einmal Bronze für Speerwerferin Christina Obergföll. "Ich glaube schon, dass das einen kleinen Kick für die Mannschaft gibt und die anderen sehen, was möglich ist", meinte der 22-Jährige, der sich einmal mehr nervenstark zeigte. Schon nach der Qualifikation hatte sich Storl mit dem Victory-Zeichen Mut gemacht und bei seinem ersten Olympia-Auftritt überhaupt die Stimmung in der bereits am Vormittag rappelvollen Arena genossen. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Stadion schon in der Qualifikation ausverkauft ist. Wahnsinn!", meinte der Bundespolizist. Den Sprung ins Finale verpasste Altmeister Ralf Bartels. Mit 20,00 m im zweiten Versuch schied der Neubrandenburger, der im Vorfeld mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, bei seinen letzten Spielen als Qualifikations-16. aus.
Zum Abschluss des ersten Leichtathletik-Tages gewann Tirunesh Dibaba aus Äthiopien die Gold über 10.000 m. Die 27-Jährige wiederholte in 30:20,75 Minuten ihren Coup von Peking 2008. Dibaba ist damit die erste Frau, die zum zweiten Mal in Folge olympisches Gold über die Langstrecke holte. Silber ging mit 30:26,37 an die Kenianerin Sally Kipyego, Bronze an deren Landsfrau und Weltmeisterin Vivian Cheruiyot in 30:30,44. Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) wurde in 31:50,35 Minuten 17.
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| Pl. | Land | G. | S. | B. | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | USA | ![]() |
46 | 29 | 29 |
| 2. | CHN | ![]() |
38 | 27 | 23 |
| 3. | GBR | ![]() |
29 | 17 | 19 |
| ... | |||||
| 6. | GER | ![]() |
11 | 19 | 14 |
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