
Der Druck war immens, doch Paul Biedermann hat ihm standgehalten: Der Schwimmer aus Halle/Saale hat sich souverän mit der viertbesten Zeit für das Finale über 200 m Freistil am Montag qualifiziert. Biedermann gewann sein Semifinale in 1:46,10 min. und schlug dabei vor US-Star Ryan Lochte (1:46,31) an. "Der Stein ist ins Rollen gekommen. Es war noch nicht ganz optimal. Ich hoffe, dass ich mich noch steigern kann", sagte der 25-Jährige nach seinem Rennen im Sportschau-Interview.
Angesprochen auf sein Vorlauf-Aus über 400-m Freistil und den holprigen Vorlauf über 200 m Freistil am Vormittag meinte der 24-Jährige: "Ich habe den Schock verdaut. Unser Team hat wieder Selbstvertrauen getankt. Wir haben uns zusammengerauft." Der zweite deutsche Starter Clemens Rapp war im Vorlauf ausgeschieden. Gesamtschnellster war Chinas 400-Meter-Olympiasieger Sun Yang in 1:45,61 Minuten vor dem Franzosen Yannick Agnel (1:45,84) und dem Südkoreaner Park Tae-Hwan (1:46,02).
Für eine weitere deutsche Finalteilnahme sorgte Helge Meeuw über 100 m Rücken. Der Magdeburger schlug in 53,52 sek. als Gesamtsiebter der Halbfinalläufe an. "Ich bin unheimlich glücklich, dass ich dabei bin", freute sich Meeuw. Jan-Philip Glania scheiterte in 53,90 sek. als Gesamtelfter. "Es hat Spaß gemacht. Es war für mich eine große Ehre, für Deutschland an den Start zu gehen", sagte der Newcomer. Als Schnellster schwamm der US-Amerikaner Matthew Grevers in 52,66 sek. ins Finale am Montag.
Auch für Sarah Poewe hat es für den Einzug ins Finale über 100 m Brust nicht ganz gereicht. Die Europameisterin kam in ihrem Halbfinallauf als Fünfte mit einer Zeit von 1:07,68 min. ins Ziel. Das war die elftschnellste Zeit. Im Vorlauf hatte die routinierte DSV-Athletin noch eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt (1:07,12). An diese Zeit kam sie am Abend aber nicht mehr heran. "Das ist schade. Es ärgert mich etwas. Aber ich bin hier Bestzeit geschwommen und das ist schon mal gut", meinte die Wuppertalerin. Als Schnellste des Semifinals geht im Endlauf am Montag Ruta Meilutyte aus Litauen nach 1:05,21 min. an den Start.
Bereits am Vormittag hatte Rückenschwimmerin Jenny Mensing über 100 Meter das olympische Halbfinale verpasst. Die Europameisterin belegte in den Vorläufen in 1:00,72 min. nur den 21. Platz und war deutlich langsamer als bei ihrem EM-Titel (1:00,08). Am schnellsten unterwegs war die Australierin Emily Seebohm. In 58,23 sek. blieb sie mit olympischem Rekord nur elf Hundertstelsekunden über dem Weltrekord. Das Halbfinale findet am Sonntagabend statt, der Endlauf am Montag.
DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow sah die deutschen Schwimmer nach dem enttäuschenden Auftakt nun besser auf Kurs. "Ich glaube, dass die Mannschaft nach der gestrigen Mannschaftssitzung den Ernst der Lage erkannt hat. Sie hat den Kampf bei Olympischen Spielen angenommen", sagte Buschkow am Sonntagmittag. Gefragt nach Weltrekordler Paul Biedermann, der auch über 200 m Freistil schwerfällig wirkte, antwortete Buschkow: "Ich hoffe, dass Paul die nötige Lockerheit findet. Und dann werden wir ihn auch im Finale sehen."
Am zweiten Wettkampftag gab es Weltrekorde und spannende Finals.[mehr]
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Der US-Amerikaner Ryan Lochte gewinnt Gold über 400 m Lagen.[mehr]
Sportarten bei Olympia: Schwimmen, Moderner Fünfkampf[mehr]
Sportarten bei Olympia: Triathlon, Schwimmen (10 km)[mehr]
| Pl. | Land | G. | S. | B. | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | USA | ![]() |
46 | 29 | 29 |
| 2. | CHN | ![]() |
38 | 27 | 23 |
| 3. | GBR | ![]() |
29 | 17 | 19 |
| ... | |||||
| 6. | GER | ![]() |
11 | 19 | 14 |
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