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Siebenkampf

Ennis triumphiert - Schwarzkopf holt Silber

Daumen hoch: Die britische Siebenkämpferin Jessica Ennis © AP Fotograf: Anja Niedringhaus
große Bildversion anzeigen Daumen hoch: Die britische Siebenkämpferin Jessica Ennis.

Jessica Ennis ist am Ziel ihrer Träume - und 80.000 Zuschauer im Londoner Olympiastadion haben sie dafür hochleben lassen: Die Siebenkämpferin aus Großbritannien triumphierte am Samstagabend in der ausverkauften Arena mit der Weltklasseleistung von 6.955 Punkten. Dahinter gewann Lilli Schwarzkopf sensationell die Silbermedaille. Die Sportsoldatin von der LG Rhein-Wied machte den Wettkampf ihres Lebens und hatte am Ende 6.649 Zähler auf dem Konto. Allerdings musste die 28 Jahre alte Deutsche zunächst um Edelmetall zittern, weil sie vom Kampfgericht versehentlich disqualifiziert worden war. Erst 53 Minuten nach dem Rennen war ihr Silber offiziell. Knapp geschlagen auf Rang drei: Tatjana Tschernova aus Russland mit 6.628 Punkten.

Dem großen Erwartungsdruck gerecht geworden

Mit dem Gewinn der Goldmedaille ist Ennis den großen Erwartungen im Gastgeberland gerecht geworden. Die 26-Jährige aus Sheffield gehörte in den vergangenen Monaten neben Radsportler Sir Chris Hoy zu den größten Werbeträgern der Olympischen Spiele. Der Druck auf die Weltmeisterin von 2009 hatte sogar noch zugenommen, nachdem ihr Ende Mai in Götzis bereits eine persönliche Bestleistung (6.906 Punkte) gelungen war.

Schwarzkopf: Starker Wettkampf mit sensationellem Ende

Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf am Boden © dpa - Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler
große Bildversion anzeigen Lilli Schwarzkopf: Tragische Heldin oder Silbermedaillen-Gewinnerin?

Deutlich über den Erwartungen lag auch Lilli Schwarzkopf. Mit 6,30 Metern schaffte sie einen für ihre Verhältnisse guten Weitsprung, zudem gelang ihr mit 51,73 Metern im Speerwerfen die fünftbeste Leistung im Feld. Tags zuvor hatte die Olympia-Achte von 2008 über 100 Meter Hürden mit 13,26 Sekunden eine persönliche Bestmarke aufgestellt, im Hochsprung selbige mit 1,82 Metern eingestellt und gute 14,77 Meter im Kugelstoßen sowie 24,77 Sekunden über 200 Meter folgen lassen, sodass sie vor dem 800-Meter-Lauf auf Rang fünf lag. Da hielt sie dem Angriff von Tschernowa stand, kam nach 2:10,50 Minuten ins Ziel und nahm der bis dahin zweitplatzierten Austra Skujyte sogar zehn Sekunden ab - ein ganz starkes Rennen, das mit einem Platz auf dem Treppchen belohnt wurde.

Erst Silber, dann Disqualifikation, dann doch Silber

Dann jedoch nahm das große Drama seinen Lauf: Schwarzkopf wurde nach dem 800-Meter-Lauf wegen angeblichen Verlassens der Bahn disqualifiziert. Fassungslos irrte sie auf der Bahn hin und her - dann folgte die Auflösung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband teilte mit, dass ein Protest gar nicht nötig gewesen sei, weil es sich bei der Disqualifikation um einen Irrtum handle. Schwarzkopf: "Die Briten haben einen komischen Sinn für Humor. Die haben mich mit einer anderen verwechselt - ich bin in der Wertung." Fernsehbilder belegen, dass nicht Schwarzkopf, sondern die Ukrainerin Ludmilla Josypenko auf die Bahnbegrenzung gelaufen war.

Jennifer Oeser gibt im 800-Meter-Lauf auf

Die WM-Dritte Jennifer Oeser hat den Wettkampf hingegen nicht beenden können. Ohnehin musste sie nach holpriger Vorbereitung kleinere Brötchen backen. Die Leverkusenerin tat sich von Beginn an sehr schwer, sammelte am ersten Tag 3.789 Zähler und kam auf Platz zwölf. Mit 13,42 Sekunden im Hürdensprint und 1,80 Meter im Hochsprung blieb sie weit unter ihrem Leistungsvermögen, auch mit der Kugel (14,17 Meter) und über 200 Meter (24,39 Sekunden) gelangen keine Rausreißer. Im Weitsprung legte Oeser 6,07 Meter hin - auch hier kann sie normalerweise etwas mehr leisten. Ihr Speerwurf von 46,61 Metern war für ihre Verhältnisse in Ordnung, dann aber machte ihre Wadenmuskulatur im 800-Meter-Lauf nicht mehr mit, sodass die Leverkusenerin aufgeben musste und schließlich 30. wurde.

Nichts geht bei Julia Mächtig

Nicht so gut lief es für die dritte Deutsche im Bunde, Julia Mächtig. 4.519 Punkte nach sechs Übungen sind für die Rostockerin indiskutabel. Von der ersten Übung an lief es für die 26-Jährige nicht rund, sie landete am Ende auf Rang 31.

Weitere Informationen
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