
Die Vielseitigkeitsreiter haben dem deutschen Team am vierten Wettkampftag die ersten beiden Goldmedaillen beschert. Nach Mannschaftsgold am Dienstagmittag krönte "Geburtstagskind" Michael Jung am Nachmittag seine Karriere mit Einzel-Gold, dem größten Erfolg für den Sieger der Weltreiterspiele von 2010. Den starken Auftritt der deutschen Reiter komplettierte Sandra Auffarth mit dem Gewinn der Bronzemedaille. Silber ging an die Schwedin Sara Algotsson Ostholt.
Im Mannschaftswettkampf stand der deutsche Sieg bereits vor dem letzten Ritt im abschließenden Springen fest. Den Titel sicherte Jung mit einem fehlerfreien Auftritt auf seinem Pferd Sam. "Es lief wirklich gut", freute sich Jung, der am Dienstag 30 Jahre alt wurde: "Sam hat am Anfang ein-, zweimal geklappert. Aber dann ist er wirklich gut gelaufen. Die Zeit war schwierig zu laufen, aber er ist sehr sicher gesprungen." Zuvor waren bereits Auffarth (Ganderkesee) und Dirk Schrade (Sprockhövel) ohne Abwürfe geblieben. Nur bei Peter Thomsen und im abschließenden Ritt bei Ingrid Klimke aus Münster fielen jeweils zwei Stangen. "Die drei Nullfehlerritte waren super für uns", sagte Bundestrainer Hans Melzer.
Vor den Augen der pferdesportbegeisterten britischen Königsfamilie ging Silber an das Team von Gastgeber Großbritannien, Bronze sicherte sich Neuseeland. Die deutsche Equipe hatte bereits nach der Dressur und dem Geländeritt vor den Sprungwettbewerben von Dienstag geführt. Mit dem Triumph im königlichen Greenwich Park wiederholte die deutsche Equipe den Erfolg von 2008, als man in Hongkong Olympiasieger wurde.
Am Dienstagnachmittag krönten Jung und Auffarth dann den deutschen Auftritt. Beide blieben fehlerfrei, die Konkurrenz patzte dagegen. Nachdem sich der von Platz zwei gestartete Jung mit einem starken Ritt an die Spitze gesetzt hatte, ging Spitzenreiterin Sara Algotsson Ostholt an den Start. Die 37-jährige Schwedin zeigte einen souveränen Auftritt - bis zum letzten Hindernis. Ihr Pferd Wega touchierte den Balken, der erst wackelte und dann herunterfiel. Jung wurde Olympiasieger. Auffarth, die von Platz fünf ins Rennen ging, profitierte von Fehlern der beiden Britinnen Mary King und Kristina Cook. "Es war traumhaft, hier zu reiten", freute sich die 25-jährige Auffarth nach dem Wettkampf: "Meine zweite Runde war noch besser als die erste Runde heute Mittag mit der Mannschaft. Am liebsten würde ich noch eine dritte Runde reiten."
Als dritte deutsche war für den Einzel-Wettkampf auch Klimke qualifizierte. Die Münsteranerin wollte aber ihr Pferd Abraxxas schonen und zugunsten von Schrade auf einen Startplatz verzichten. Weil man laut Olympia-Reglement aber nur für einen Reiter aus einem anderen Land verzichten darf, durfte Schrade nicht ran. Stattdessen rückte der Niederländer Andrew Heffernan nach. Als 26. hatte er sich für das Finale der besten 25 eigentlich nicht qualifiziert.
Für Deutschland sind die Reit-Wettbewerbe eine fast sichere Medaillenbank.[mehr]
Sportarten bei Olympia: Reiten, Moderner Fünfkampf (Reiten, Laufen)[mehr]
16 deutsche Olympia-Starter haben während der Spiele Geburtstag.[mehr]
| Pl. | Land | G. | S. | B. | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | USA | ![]() |
46 | 29 | 29 |
| 2. | CHN | ![]() |
38 | 27 | 23 |
| 3. | GBR | ![]() |
29 | 17 | 19 |
| ... | |||||
| 6. | GER | ![]() |
11 | 19 | 14 |
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