wir sind eins. ARD
Leichtathletik

Gold und Silber für deutsche Speerwerferinnen

Birgit Kober jubelt. © dapd Fotograf: Matt Dunham
große Bildversion anzeigen 2011 Weltmeisterin, jetzt Paralympics-Siegerin: Birgit Kober.

Birgit Kober hat am Montagabend die zweite Goldmedaille des Tages für die deutschen Leichtathleten geholt. Die 41 Jahre alte Weltmeisterin aus München, die wegen eines Behandlungsfehlers im Rollstuhl sitzt, gewann das Speerwerfen mit Weltrekord von 27,03 Metern. Auf Rang zwei machte Marie Brämer-Skowronek (Haldensleben) mit 20,43 Metern den deutschen Doppelsieg perfekt. Am Morgen hatte bereits Sebastian Dietz überraschend im Diskuswurf (Klasse F36) Gold für die deutsche Mannschaft geholt.

Bestweite im zweiten Versuch

Weltmeisterin Kober wurde im Olympiastadion ihrer Favoritenrolle gerecht. Als erste Athletin absolvierte sie ihre ersten drei Versuche und warf den Speer im zweiten Durchgang auf 25,17 Meter. Frances Hermann aus Cottbus brachte sich mit persönlicher Bestleistung von 18,62 Metern anschließend in eine gute Ausgangsposition und wurde am Ende Fünfte. Als letzte Werferin des Vorkampfes war Brämer-Skowronek an der Reihe: In ihrem zweiten Versuch erzielte sie ihre Silberweite. Während sich ihre Teamkolleginnen zum Ende des Wettkampfes nicht mehr steigern konnten, krönte Kober ihren Sieg mit einem Weltrekord. Mit 27,03 Metern im letzten Versuch verbesserte sie die von ihr gehaltende Bestmarke aus dem Juli 2011 um mehr als einen Meter. "Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens", freute sich Kober über ihren Erfolg.

Gold für Dietz mit dem Diskus

Paralympics-Sieger mit dem Diskus: Sebastian Dietz © dpa-Bildfunk Fotograf:  Kerim Okten
große Bildversion anzeigen Paralympics-Sieger mit dem Diskus: Sebastian Dietz.

Das deutsche Speerwurf-Duo rundete einen erfolgreichen Tag ab, der mit Dietz' Sieg begonnen hatte. Auf 38,54 Meter schleuderte der 27-Jährige, der im Juni noch eine Wurfarmschulterverletzung erlitten hatte, den Diskus. Sichtlich gerührt dankte er nach dem Wettkampf "allen, die an mich geglaubt haben. Ohne die hätte ich das nie geschafft." Der Wettkampf sei nicht perfekt gewesen, sagte der frühere Fußballer, der nach einem Verkehrsunfall 2004 teilweise gelähmt ist. "Das Wichtigste ist aber, dass ich Gold geholt habe." Wie Markus Rehm, der am Freitag
im Weitsprung triumphiert hatte, wird auch Dietz von der früheren Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius trainiert. "Steffi Nerius hat mir sehr geholfen", sagte Dietz und erklärte den Tränen nahe: "Das ist das Größte, einfach wunderschön." Auf den Silberrang kam der Ukrainer Oleksii Pashkov (37,89 Meter) vor dem Chinesen Wenbo Wang, der in Peking noch Silber geholt hatte und diesmal nur zwei Zentimeter kürzer warf.

Karriere schon einmal beendet

Seine Leichtathletik-Karriere hatte Dietz, der auch eine Frauen-Fußballmannschaft trainiert, zwischenzeitlich schon einmal beendet: "Ich hatte schon einmal aufgehört, weil es nicht leicht war", sagte er: "Aber ich habe dann wieder angefangen, weil ich es allen beweisen wollte." Dieses Ziel hat er erreicht.

Floeth gewinnt Bronze mit der Kugel

Die deutsche Leichtathletin Michaela Floeth beim Kugelstoßen. © dpa-Bildfunk Fotograf: Kerim Okten
große Bildversion anzeigen Bronze für die deutsche Leichtathletin Michaela Floeth beim Kugelstoßen.

Kaum eine Stunde nach Dietz' Triumph gewann die Leverkusener Kugelstoßerin Michaela Floeth in den Klassen F42/F44 die Bronzemedaille. Die unterschenkelamputierte Athletin stieß die Kugel im letzten Versuch auf 12,21 Meter - Saisonbestleistung für dei 25-Jährige. Sie blieb damit am Ende nur einen Zentimeter hinter der Chinesin Yue Yang, die Floeth - ebenfalls mit ihrem letzten Versuch - Silber noch entriss. Gold ging an Juan Yao aus China mit der Weltrekord-Weite von 13,05 Meter. "So einen anstrengenden Wettkampf habe ich noch nie erlebt", sagte Floeth freudestrahlend, die sich vor zehn Monaten einer Operation hatte unterziehen müssen. Deshalb hatte sie nicht unbedingt mit einer Medaille gerechnet: "Ich bin überwältigt und freue mich über die Medaille. Das ist alles, was zählt."

Über 100 m in der Klasse T12 ist Thomas Ulbricht aus Berlin hingegen im Vorlauf ausgeschieden. Seine 11,29 Sekunden reichten nicht, um sich für das Finale zu qualifizieren. Am Abend geht Weltmeisterin Birgit Kober aus München im Speerwerfen der Klassen F33/34/52/53 zum ersten Mal in ihrer Karriere in einem Paralympics-Wettkampf an den Start - Medaillenchance inklusive. Mit Frances Herrmann (LC Cottbus) und Marie Brämer-Skowronek (Magdeburg) sind zwei weitere Deutsche im Feld der 13 Teilnehmerinnen dabei.

Sportarten
Kanadas Dean Bergeron (re.) gewinnt das 100 Meter Finale der Klasse T52. © AP Photo Fotograf: Eugene Hoshiko
 

Leichtathletik bei den Paralympics

Das erste Rollstuhlrennen fand 1952 bei den Internationalen Spielen für Behinderte in Stoke Mandeville statt. Mittlerweile verzeichnen die Leichtathletik-Wettkämpfe die meisten Teilnehmer. mehr

Stand: 03.09.2012 22:26
Steckbriefe
Birgit Kober © picture alliance / dpa Fotograf: Fredrik von Erichsen

Birgit Kober

Leichtathletik (F 34)[mehr]

Michaela Floeth

Leichtathletik (T/F 44)[mehr]

Thomas Ulbricht

Leichtathletik (T 12)[mehr]

Bilderstrecke
Die deutschen Rollstuhl-Basketballerinnen nach dem Paralympicssieg in London © dpa Fotograf: Julian Stratenschulte

Die deutschen Medaillengewinner

Die deutschen Medaillengewinner in Bildern.[mehr]

Medaillenspiegel
Aktueller Medaillenspiegel
Pl. Land G. S. B.
1 CHN Flagge China 95 71 65
2 RUS Flagge Russland 36 38 28
3 GBR Flagge Großbritannien 34 43 43
...
8 GER Flagge Deutschland 18 26 22
(nach 503 von 503 Entscheidungen)

[Alle Plätze anzeigen]
Ergebnisse
Resultate der Paralympics © Screenshot Fotograf: Screenshot

Ergebnisse der Paralympics 2012 in London

Die Resultate der 503 Entscheidungen.[mehr]

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW