Die deutschen Medaillengewinner
Bei den Paralympics 2012 in London wurden Medaillen in 503 Disziplinen verteilt. 66 gingen auch an deutsche Athleten. Die Medaillengewinner von London im Überblick.
Bildergalerie starten
Die sehbehinderte Berliner Schwimmerin Daniela Schulte hat bei den Paralympics ihre ersehnte erste Medaille gewonnen: Die zweimalige Paralympicssiegerin holte am Freitag Gold über 400 m Freistil in der Klasse S11 in 5:14,36 Minuten. Silber ging an Amber Thomas aus Kanada (5:15,48), Bronze holte die Italienerin Cecilia Camellini, die schon zweimal Gold und einmal Bronze in London gewonnen hatte. Schon im Vorlauf am Morgen hatte die deutsche Fahnenträgerin bei der Paralympics-Eröffnungsfeier im Aquatics Centre in 5:11,32 Minuten einen paralympischen Rekord aufgestellt und war nur gut eine halbe Sekunde über ihrem Weltrekord von 5:10,77 Minuten geblieben. "Mit diesem ersten Gold ist ein Traum wahr geworden", sagte Schulte, die 2010 über die 400 m Weltmeisterin geworden war. "Ich hätte gerne auch noch meinen eigenen Weltrekord gebrochen, aber die Nervosität war heute schon sehr groß." Für Schulte war der Wettbewerb über 400 m Freistil der fünfte Start bei den Spielen in London.
Die Medaillenhoffnungen des Darmstädters Daniel Simon erfüllten sich nicht: Über 50 m Freistil in der Klasse S12 kam er in 25,55 Sekunden als Siebter ins Ziel und verfehlte damit das selbstgesteckte Ziel, unter 25 Sekunden zu bleiben. Dies gelang allen drei Medaillengewinnern, Maksym Veraksa aus der Ukraine (23,60 Sekunden), dem Russen Aleksandr Nevolin-Svetov (23,96) und auch Bronzemedaillengewinner Tucker Dupree aus den USA in 24,37 Sekunden. Simon hatte am Vormittag als Fünfbester in 25,35 Sekunden den Endlauf erreicht. Für Simon war es die vierte Finalteilnahme in London.
Über 50 m Freistil der Klasse S3 blieben die beiden deutschen Starterinnen Annke Conradi (SC Regensburg) und Vera Thamm (Bayer Leverkusen) im Kampf um die Medaillen chancenlos: Conradi kam als Siebte in 1:10,38 Minuten ins Ziel, Thamm erreichte in 1:17,04 Rang acht. Es siegte die Chinesin Jiangbo Xia in Weltrekordzeit von 48,11 Sekunden vor der zuvor favorisierten Ukrainerin Olga Sviderska (48,39 Sekunden) und Patricia Valle aus Mexiko. Die beiden Deutschen waren "kampflos" ins Finale eingezogen: Die Vorläufe waren mangels Meldungen ausgefallen.
Nicht in die Finals geschafft hatte es dagegen Christiane Reppe (PSC Berlin) über 100 m Freistil S9. 1:07,09 Minuten reichten nur zur zehntbesten Vorlaufzeit. "Es war einfach nicht mehr drin. Mit einer Bestzeit wäre der Finaleinzug möglich gewesen", ärgerte sich die 25-Jährige. Auch Swen Michaelis (Bfv Ascota Chemnitz) schaffte es über 50 m Schmetterling S6 als Elfter nicht ins achtköpfige Finalfeld, aber: "Über meine Bestzeit bin ich glücklich." Elena Krawzow verpasste über 200 m Lagen SM13 in 2:46,61 Minuten den Endlauf als Neunte um gut zwei Sekunden.
Bundestrainerin Ute Schinkitz zog am drittletzten Paralympics-Tag ein erstes Zwischenfazit für die deutschen Schwimmer, die bislang acht Medaillen - davon zwei goldene durch Kirsten Bruhn und Daniela Schulte - gewonnen haben. "Wir liegen im Plan. Unsere Athleten haben gute Leistungen gezeigt. Unser Ziel war es, Medaillen zu gewinnen. Unser Anspruch war es aber auch, dass die Athleten, die sich qualifiziert hatten, hier auch starten konnten", sagte Schinkitz. Vor vier Jahren in Peking hatten die deutschen Schwimmer neun Medaillen gewonnen. Für die verbleibenden Finals hofft die Bundestrainerin noch auf weitere Topplatzierungen: "Nach vorne ist noch ein bisschen Luft."
Impressionen des neunten Paralympics-Wettkampftages.[mehr]
Der Schwimmsport gilt als eine der ältesteten Disziplinen des Behindertensports.[mehr]
Die deutschen Schwimmer holen am Mittwoch vier Medaillen.[mehr]
Die deutschen Schwimmer holen am ersten Tag zwei Medaillen. [mehr]
| Pl. | Land | G. | S. | B. | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | CHN | ![]() |
95 | 71 | 65 |
| 2 | RUS | ![]() |
36 | 38 | 28 |
| 3 | GBR | ![]() |
34 | 43 | 43 |
| ... | |||||
| 8 | GER | ![]() |
18 | 26 | 22 |
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA,
DLF/ DKultur, DW