Studie Prognose: Sieben Mal Gold für Deutschland
Bei den vergangenen fünf Olympischen Spielen hat der Wissenschaftler Daniel Johnson ziemlich exakt den Medaillenspiegel vorausgesagt. Für Vancouver sieht der gebürtige Kanadier sein Heimatland als fleißigsten Medaillensammler. Die meisten Siege traut er Russland zu.
Kanada wird nach Ansicht von Daniel K.N. Johnson das erfolgreichste Land der Olympischen Winterspiele 2010. Obgleich Kanada noch nie bei Heimspielen eine Goldmedaille gewonnen hat, sagt der Wirtschaftsprofessor vom Colorado Collage den Ahornblättern für Vancouver fünf Siege und insgesamt 27 Medaillen voraus.
Prognosen treffen seit fünf Spielen zu
20 davon sagt Daniel Johnson für Deutschland voraus.Rechte: dpaDer kanadische Wissenschaftler setzt sein Heimatland nicht aus purem Patriotismus auf den ersten Platz. Seit den Spielen von Sydney im Jahr 2000 sagte Johnson den Medaillenspiegel voraus und traf dabei ziemlich genau. Bei Goldmedaillen lag er zu 87 Prozent richtig, bei der gesamten Medaillenanzahl sogar zu 94 Prozent. Für Vancouver erwartet er einen engen Kampf um den Sieg im Medaillenspiegel. Deutschland sieht der Wissenschaftler dabei nur auf Platz sieben. "Lediglich" 20 Medaillen traut er dem Team zu. Da darunter sieben Goldene sein werden, würde Deutschland im Medaillenspiegel trotzdem Platz zwei hinter Russland (acht Siege) belegen.
| Land | Medaillenanzahl | Davon Gold |
|---|---|---|
| Kanada | 27 | 5 |
| USA | 26 | 5 |
| Norwegen | 26 | 4 |
| Österreich | 25 | 4 |
| Schweden | 24 | 4 |
| Russland | 23 | 8 |
| Deutschland | 20 | 7 |
Rechenmodell berücksichtigt auch Wirtschaft und Klima
Johnson hatte 1999 in Havard mit einem Studenten ein Modell zur Vorausberechnung der Medaillen entwickelt. Dabei berücksichtigte er das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, die Bevölkerungszahl, das Klima sowie die politische Struktur der einzelnen Länder. Außerdem bezieht er den Heimvorteil der Gastgebernation in seine Berechnung mit ein. Bei Winterspielen sieht er dabei einen Effekt von drei zusätzlichen Medaillen, eine davon in Gold, für das Gastgeberteam. Bei Sommerspielen sind bis zu 25 Extra-Medaillen für das Gastgeberland drin. Und die politischen Strukturen betreffend sagt Johnson: "Ein Parteien-Systeme, traditionell kommunistische, schneiden viel besser ab als ihre demokratischen Mitbewerber."
In Turin nur um eine Medaile daneben
In Turin vor vier Jahren sagte Johnson übrigens Deutschland zehn Goldmedaillen und 28 Medaillen insgesamt voraus. Die tatsächliche Bilanz lautete: elf mal Gold und 29 Medaillen. Auch sonst lag er nur leicht daneben. Bei den Sommerspielen 2008 in Peking kam er auf 103 Medaillen (33 Gold) für die USA. Am Ende waren es 110 (36). Bei den Athener Spielen 2004 traf Johnson mit 103 Medaillen für das US-Team sogar voll ins Schwarze, bei Russland lag er mit 94 Medaillen um zwei über dem tatsächlichen Ergebnis. In Sydney (2000) errechnete er für Gastgeber Australien 54 Medaillen. Das Land kam auf 56. Inzwischen sind Johnsons Voraussagen überaus gefragt: In den vergangenen Wochen hat er nach eigenen Angaben täglich drei Dutzend Anrufe von Journalisten und anderen Interessierten erhalten.