"Homes not Games" Proteste gegen soziale Missstände
Unter dem Motto "Homes not Games" haben rund 500 Personen gegen die sozialen Missstände in der Olympiastadt Vancouver protestiert. Nach einem alternativen Fackellauf versammelten sich die Demonstranten im Problemviertel "Downtown Eastside". "Die Besucher kommen in eine Stadt, die mehr Obdachlose hat als Olympia-Teilnehmer", verkündete die Organisation der "Poverty Olympics".
Der Obdachlose Bruce Triggs wies dabei auf die großen Widersprüche im so reichen und glitzernden Vancouver hin. Die Olympia-City zählt zu den lebenswertesten Städten der Welt - zumindest für diejenigen, die einen guten Job haben oder als Touristen anreisen. Denn hinter der Skyline der "Perle am Pazifik" mit ihren Yachthäfen gibt es Schattenseiten, die so gar nicht in die Berichterstattung passen. Downtown Eastside - das ärmste Viertel in ganz Kanada - liegt dabei nur wenige Häuserblocks entfernt vom BC Place Stadium, wo am Freitag mit einem Riesenpomp die Winterspiele eröffnet werden.
Notunterkünfte werden wieder aufgelöst
Rechte: dpa16.000 Menschen leben in dem Viertel, wo Prostitution, Kriminalität und Drogenhandel florieren. Wie die Poverty-Organisation berichtet, leben in Vancouver derzeit rund 2.000 Menschen auf der Straße oder in Notunterkünften. Zwar wurden im vergangenen Jahr 500 Notunterkünfte neu geschaffen. Diese sollen aber nach den Spielen im April wieder aufgelöst werden. "Beendet die Armut - das ist kein Spiel" forderten deshalb jetzt die Demonstranten und erinnerten an die Versprechen der Olympia-Macher, erschwingliche Häuser bauen zu wollen und Arbeitsplätze zu schaffen. Und Bruce Triggs will nicht verstehen, warum ganz Kanada und British Columbia Milliarden für die Spiele ausgeben, wo das Geld doch viel besser bei den Bedürftigen aufgehoben wäre.
Bettler gehören zum Alltagsbild
Im Zuge der Olympia-Bewerbung hatten die Stadtoberen von Vancouver erklärt, etwas gegen die Armut zu unternehmen. Im Gegensatz zu Peking, wo ganze Armenviertel einfach platt gewalzt wurden, werden in der kanadischen Metropole die Bettler und Obdachlosen zumindest nicht vertrieben. Auch wenige Tage vor Beginn der Winterspiele gehören die Bettler zum "normalen" Bild in den Fußgängerzonen.