Thüringer gibt auf Olympia ohne Ackermann
Die Olympischen Spiele gehen ohne Ronny Ackermann über die Bühne. Der Nordische Kombinierer aus Dermbach verzichtet auf eine Teilnahme. Diese Entscheidung gab der 32-Jährige am Donnerstag nach einem Gespräch mit Bundestrainer Hermann Weinbuch bekannt.
Der viermalige Weltmeister durfte vor der Saison sogar zum Kreis der Medaillenkandidaten gezählt werden. Doch zwei schwere Stürze und eine Viruserkrankung brachten die Medaillenhoffnung außer Tritt. Gut drei Wochen vor Beginn der Spiele hatte er die Norm noch nicht mal teilweise erfüllt. Nun will er zunächst eine Wettkampfpause einlegen, um sich körperlich wieder vollständig zu erholen. "Die Entscheidung ist mir nicht gerade leicht gefallen, schließlich habe ich die vergangenen vier Jahre auf die Olympischen Spiele hintrainiert. Aber ich muss realistisch bleiben, in meiner derzeitigen Form würde ein Start in Vancouver einfach keinen Sinn machen. Damit wäre ich auch keine Hilfe für die Mannschaft", sagte Ackermann.
"Es reicht einfach nicht"
Der junge Familienvater hatte vor allem in der Loipe große Probleme und hinkte der Weltspitze weit hinterher. Er legte sogar zusätzliche Trainingsschichten ein. Entscheidend verbessern konnte er sich aber nicht. Der 18. Platz steht als beste Weltcup-Platzierung des Winters zu Buche. "Man muss einfach nüchtern analysieren, dass es noch nicht reicht, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden."
Karriere-Ende möglich
Doch nicht nur die Krankheiten und Stürze hatten den Thüringer zugesetzt. "Er ist seit zwölf Jahren in der absoluten Weltspitze und musste jedes Jahr enorm kämpfen. Jetzt, wo er älter geworden ist, hat er die Leichtigkeit verloren. Er trainiert härter als sonst, kann das aber in den Wettkämpfen nicht umsetzen. Ich hätte ihn als Leitwolf gern dabei gehabt, respektiere aber seine Entscheidung", sagte Bundestrainer Herrmann Weinbuch.
Ob Ackermann nochmals auf die Schanzen und Loipen zurückkehren wird, kann der Bundestrainer nicht sagen. "Bei ihm ist alles vorstellbar: Eine Pause bis zum Saisonstart, eine ein- bis zweijährige Auszeit, wie es andere vorgemacht haben, oder eben auch das Karriereende." Ackermann war in der jüngsten Vergangenheit der erfolgreichste deutsche Kombinierer. Er wurde viermal Weltmeister, gewann dreimal den Gesamtweltcup und holte 28 Weltcup-Siege.